Historischer Verein
Stadt Neunkirchen e.V.

Historischer Verein Stadt Neunkirchen e.V.

Vortrag Mai 2017

Heimat ade!
Neunkircher Auswanderer im 18. und 19. Jahrhundert


Not und Elend, Flucht und Einwanderung, fremd sein, sich einfügen, leben im Risiko, Gefahr und Tod erleben. Viele unserer Vorfahren haben Ähnliches erlebt. Blicken wir zurück in die Mitte des 18. Jahrhunderts: Durch den Aufschwung der Hütte kamen viele Menschen nach Neunkirchen aus der Schweiz, aus Tirol, aus Frankreich und aus Belgien, da sie hier Arbeit und eine sichere Zukunft für sich und ihre Kinder erhofften. So wuchs die Einwohnerzahl von Neunkirchen von 600 im Jahr 1750 auf 1700 im Jahr 1820 und af 17700 im Jahr 1885.

Was nicht so bekannt ist, es gab mindestens 150 Personen die zwischen 1740 und 1800 in ferne Länder auswanderten. Belgien, Frankreich, die Donauregion (Batschka), vor allem aber die neue Welt Nordamerika war das bevorzugte Ziel. Manch einer wurde dort auch in die kriegerischen Auseinandersetzungen um die Unabhängigkeit verwickelt, was aber noch zu erforschen ist. Bei den Auswanderern sind viele Namen vertreten, die es auch heute noch in Neunkirchen gibt: Günther, Schmeltzer, Schwingel, Werner, Jenewein, Hübchen, Eisenbeis, Anschütz usw. Sie mussten alles verkaufen, um die Kosten der Ablösung von der Leibeigenschaft, der Überfahrt und der Verpflegung für mindestens 8 Wochen zusammen zu bekommen. Viele starben während der Überfahrt wegen schlechter Hygiene, unzureichender Verpflegung aber auch bei Schiffsuntergängen.

Fam. Anschütz vor ihrer Bäckerei in der neuen Heimat
Bild: Familie Anschütz vor ihrer Bäckerei in der neuen Heimat

Zwischen 1830 und 1900 wanderten um die 200 Neunkircher aus, die namentlich bekannt sind. Sie reisten immer noch bevorzugt nach den USA, aber auch nach Südamerika oder nach Nordafrika. Auch hier einige Namen: Wagner, Hermann, Grimm, Kunz, Lieblang, Düpre, Hör, Emmerich, Ulrich, Lehberger ….. Manch einer machte sein Glück, meist nach vielen Jahren harter Arbeit.

Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Gegenwart nicht verstehen und für die Zukunft nicht vorbereitet sein. Familienforscher wollen uns die Vergangenheit nahe bringen, sie verstehen lernen anhand der Erfahrungen unserer Vorfahren. So wird der Vortrag von Rolf Born Einblicke in diesen Teil unserer Neunkircher Vergangenheit vermitteln. Wer wissen möchte, wie man Informationen über seine Vorfahren auch in fernen Ländern suchen kann, der wird an diesem Abend Hinweise erhalten. Die AG Familienforschung beim Histor. Verein Stadt Neunkirchen steht interessierten jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Der Vortrag von Rolf Born findet am Donnerstag, den 4. Mai 2017, um 19.00 Uhr, in den Räumen des Historischen Vereins Stadt Neunkirchen in der Irrgartenstraße 18 in Neunkirchen statt. Gäste sind herzlich willkommen. Nichtmitglieder zahlen 3.- €.

Weitere Informationen zum Historischen Verein Stadt Neunkirchen finden Sie auch auf der neuen Internetseite des Vereins, www.hvsn.de.

Das neue Buch des HVSN

Geschichte der Energie- und Wasserversorgung im Versorgungsbereich der KEW AG Neunkirchen

titel_kew-buch2Der Historische Verein Stadt Neunkirchen (HVSN) veröffentlichte zusammen mit der KEW AG dieser Tage ein umfassendes Werk über die Geschichte der Energie- und Wasserversorgung im Versorgungsbereich der KEW AG in Neunkirchen. Das Vorhandensein von Wasser, Strom, Erdgas oder auch Fernwärme in privaten Haushalten, Gewerbebetrieben und in der Industrie ist heute eine Selbstverständlichkeit. Dies war jedoch nicht immer so. Der Historische Verein Stadt Neunkirchen e.V. beschreibt gemeinsam mit der KEW AG Neunkirchen in diesem Buch die Entwicklung der Energie- und Wasserversorgung in den Gemeinden Spiesen / Elversberg, Schiffweiler und in der Kreisstadt Neunkirchen. Diese beginnt in einer Zeit, in der man noch Wasser vom Brunnen nach Hause tragen musste (ab ca. 1700), es noch keine Gasversorgung gab (um 1860) und Elektrizität erstmals auf der Grube in Heinitz zu Beleuchtungszwecken genutzt wurde (um 1900). Eine Vielzahl von Bildern erlaubt dem Leser nicht nur Einblicke in längst vergangene Zeiten, sondern auch hinter die Kulissen der Energie und Wasserversorgung in der heutigen Zeit.

Der opulente Band mit vielen farbigen Abbildungen auf 751 Seiten wird zum Preis von 19,80 angeboten und ist in der Buchhandlung Bücher König sowie beim Historischen Verein Stadt Neunkirchen erhältlich.

Unser "Klassiker"

strassenlexikonArmin Schlicker: STRASSENLEXIKON NEUNKIRCHEN
Straßen, Plätze und Brücken in Vergangenheit und Gegenwart
Verlag Historischer Verein Neunkirchen e.V.
September 2009, 498 Seiten, ISBN: 978-3-00-027592-0
19,80 Euro

Weitere Infos siehe Rubrik Bücher !